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Hautveränderungen

Es kann in vielerlei Hinsicht zu Hautveränderungen kommen: Die Haut kann sich zum Beispiel röten, entzünden, sie kann blass, kalt oder heiß werden. Als Auslöser kommen viele Ursachen in Betracht
von Dr. med. H. Becker, aktualisiert am 13.04.2017

Die Haut ist ein vielseitiges Organ. Sie grenzt den Körper nach außen ab, ist Schutzschild vor schädlichen Umwelteinflüssen und ist wie alle anderen Organe dem Alterungsprozess unterworfen. Die Haut übernimmt wichtige Aufgaben im Stoffwechsel, in der Temperaturregulation und in der Abwehr von Krankheitserregern. Zudem ist sie Sinnesorgan mit Messfühlern für Temperatur, Tastempfinden und Schmerzreize.

Aus dieser Fülle von Funktionen und Belastungen erklärt sich das breite Spektrum von Veränderungen der Haut, ihrer Dicke, Farbe (entzündliche Rötungen, Blässe bei Einschränkungen der Durchblutung), der Oberfläche (zum Beispiel Knoten, Blasen, Schuppen) und Temperatur.

Hautveränderungen sind eine Reaktion auf bestimmte Reize. Hinweis auf mögliche Störungen der Haut im Ganzen oder einer bestimmten Region können auch auf eine Allgemeinerkrankung hinweisen. Die Haut verändert sich im Laufe des Lebens.

Kalte Hände

Kalte Hände bei niedriger Außentemperatur sind eine normale Anpassungsreaktion. Dass Frauen sehr viel schneller als Männer an den Fingern frieren, ist ebenfalls keine krankhafte Erscheinung. Anhaltend oder unangemessen kalte Hände deuten jedoch auf Durchblutungsstörungen hin. Mögliche Ursachen sind ein niedriger Blutdruck oder eine Verschlusskrankheit der Arterien (Arteriosklerose).

Beim Raynaud-Syndrom kommt es, ausgelöst durch Kältereiz oder Stress, anfallsweise zu einer krampfartigen Verengung der kleinen Arterien. Auch Raucher haben häufig kalte Hände.

Hautrötungen bei vermehrter Durchblutung

Alkoholgenuss weitet die Blutgefäße. So kann schon "ein Gläschen zu viel" eine vorübergehenden Gesichtsröte hervorrufen. Chronischer Alkoholmissbrauch kann zu einer bleibenden verstärkten Rötung im Gesicht und am Oberkörper führen. Eine stark gerötete Handinnenfläche, spinnenförmige Erweiterungen kleiner Blutgefäße (Spider) von Gesicht und Oberkörper, eine rote, glatte Zunge ("Lackzunge") sowie geschlängelte Venen im Bauchbereich sind mögliche Hinweise auf eine besonders schwere Leberschädigung durch den Alkoholmissbrauch.

Entzündungen der Haut verstärken ebenfalls die Durchblutung. So imponiert bei einer bakteriellen Infektion der Haut, der Wundrose, eine flammende Röte und Überwärmung der betroffenen Region. Auch bei einer Entzündung der oberflächlichen Venen (Thrombophlebitis) kommt es zu einer Rötung und Überwärmung der betroffenen Venen und ihrer näheren Umgebung.

Bläuliche Verfärbung der Haut

Eine bläuliche bis bläulich-violette Verfärbung von Haut oder Schleimhäuten zeigt eine mangelnde Sauerstoffsättigung des Blutfarbstoffs Hämoglobin an und tritt bei Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen auf.

Hautblutungen

Hautblutungen, ausgelöst durch eine Verletzung, sind durch punktförmige oder fleckenhafte Verfärbungen gekennzeichnet, die im Zuge ihrer Abheilung von rötlich über blau, braun, grün und gelb verschiedenste Farbstufen durchlaufen können. Gelegentliche "blaue Flecken" sind harmlos. Blutungen in der Haut, die immer wieder auftreten – ohne oder bei nur geringem Trauma – können den Verdacht auf eine Störung der Blutgerinnung lenken.

Blasse Hautfarbe

Ein akuter Herzinfarkt geht meist mit Blässe und kaltem Schweiß einher.

Bei einer durch Eisenmangel bedingten Blutarmut ist ein blasser Hautton charakteristisch.

Bei Nierenversagen ist die Haut blass und trocken, mit einer gelblichen, häufig auch bräunlichen Tönung.

Bei hämolytischer Anämie zeigt sich die Haut mit einem gelblichen Farbton.

Eine blasse strohgelbe Farbe ist bei der perniziösen Anämie typisch.

Gelbfärbung der Haut

Gelbsucht bezeichnet eine ausgedehnte Gelbfärbung (Ikterus) von Haut und Schleimhäuten. Ein Ikterus tritt zum Beispiel bei einer akuten Leberentzündung (Hepatitis) oder bei einem Stau der Gallenflüssigkeit (Cholestase) auf.

Weitere Farbänderungen

Unregelmäßige weiße Flecken auf der Haut sind kennzeichnend für die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo).

Patienten mit einer Unterfunktion der Nebennierenrinde weisen typischerweise eine stark pigmentierte braune Haut auf.

Verbrennungen und Erfrierungen

Leichte Verbrennungen (1. Grades) sind gekennzeichnet durch eine gerötete und leicht geschwollene Haut, bei zweitgradiger Verbrennung bilden sich Blasen, bei Verbrennungen 3. Grades sterben die betroffenen schwärzlich verfärbten Hautareale ab, bei Verbrennungen 4. Grades auch tiefer liegende Gewebe.

Bei leichten Erfrierungen (Grad 1) ist die Haut blass und angeschwollen. Schwerere Erfrierungen hinterlassen eine blau-rote Hautverfärbung mit Blasenbildung (Frostbeulen, Grad 2) bis hin zum Absterben der schwarzen, derben Gewebeteile (Grad 3 und 4).

Dekubitus (Wundliegen)

Eine ähnliche graduelle Einteilung wie bei Hitze- oder Kälteschäden gilt auch für das Dekubitalgeschwür (Dekubitus), das bei bettlägerigen Patienten auftritt, die in ihrer Beweglichkeit stark eingeschränkt sind und nicht fachgerecht gelagert werden. Die Minderdurchblutung der Haut durch intensiven und langanhaltenden Druck kann die Haut sowie darunter liegende Gewebe schwer schädigen. Bereits Grad 1, der als Verhärtung, Rötung und Schwellung des betroffenen Hautareals beschrieben wird, stellt ein Alarmsignal dar.

Hautveränderungen durch Rauchen

Die Haut von Rauchern altert schneller, ist dünner und faltiger als die von gleichaltrigen Nichtrauchern.

Veränderungen durch chronische Hautkrankheiten

Chronische Hauterkrankungen zeigen für den Arzt typische Veränderungen von Dicke, Farbe und Oberfläche der Haut.

Bei der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) ist die Haut trocken, schuppend, flächenhaft verdickt, mit vergröberter Hautstruktur. Die entzündeten Hautstellen jucken stark und sind mit Knötchen, Bläschen oder Pusteln versehen.

Bei der Akne entzünden sich die Talgdrüsen und formen die typischen Pickel (Mitesser) im Gesicht sowie an Hals, oberem Brust- und Schulternbereich.

Die Schuppenflechte ist an den silbrig glänzenden Schuppen auf entzündlich geröteter Haut gut zu erkennen.

Hauttumore

Im Gegensatz zu Tumoren der inneren Organe sind gutartige und bösartige Geschwülste auf der Haut gut sichtbar.

Ein sehr häufiger gutartiger Hauttumor ist das Fibrom, eine kleine Bindegewebsgeschwulst, die häufig an einem dünnen Stiel hängend mit der Haut verbunden ist.

Muttermale sind dunkel pigmentierte gut abgegrenzte Flecken, die im Hautniveau liegen oder leicht erhaben sind.

Der gefährlichste bösartige Hauttumor ist der schwarze Hautkrebs, das maligne Melanom. Im Gegensatz zum gutartigen Muttermal zeigt es eine Wachstumstendenz, ist in der Regel dunkler und ungleichmäßig pigmentiert, knotig und es kann bluten. Im Einzelfall ist die frühe Diagnostik schwierig und sollte immer dem Arzt überlassen werden. Ab 35 Jahren wird alle zwei Jahre für gesetzlich Versicherte eine Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung angeboten. Ziel ist es, bösartige Hauttumoren wie den schwarzen Hautkrebs oder den weißen Hautkrebs in einem frühen Stadium festzustellen und eine rasche Therapie einzuleiten.

Beispiele für den weißen Hautkrebs sind das Basalzellkarzinom (Basaliom) und der Stachelzellkrebs (Plattenepithelkarzinom).

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder –behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Die Beantwortung individueller Fragen durch unsere Experten ist leider nicht möglich.



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